Tage der Poesie 2012 – Erzgebirge: Vuglfrei. Mundart & Kunstart

Aus ganz Deutschland waren Mundart-Poeten ins Erzgebirge, nach Annaberg, zu VUGLFREI gekommen
logo-tage-der-poesie-2012

„Vuglfrei. Mundart & Kunstart“ – 14. bis 16. Juni 2012
Tage der Poesie in Sachsen: Erzgebirge 2012

„Im Grunde genommen ist Mund-Art der eigene Ausdruck des Dichters und deshalb so alt und so jung wie die Dichtung selbst. Die Frage steht: Wird das Erzgebirge, ein Hort der Mundart, zu einem Babel, wenn dort zehn oder mehr Mundarten zur Sprache kommen?“
Ralph Grüneberger, Vorsitzender der GZL und Projektleiter der „Tage der Poesie in Sachsen“

Vom 14.-16. Juni 2012 – zeitgleich mit der Fußball-EM und der Annaberger Kät, fanden hier die TAGE DER POESIE statt, rund um die Verbindung von Mundart und hoher Literatur. Vertreter von sage und schreibe zehn verschiedenen Mundartregionen – u.a. Alemannen, Schwaben, Niederdeutsche und Franken – hatten sich versammelt. Tagungsort war das Haus des Gastes ERZHAMMER. Und all das unter Federführung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik und ihrem Vorsitzenden Ralph Grüneberger.

Tage der Poesie 2014 Eröffnung

Eröffnungsveranstaltung in Annaberg-Buchholz mit Ralph Grüneberger, in der 1. Reihe links Gisela Oechelhaeuser, die Ausschnitte aus ihrem Lene-Voigt-Programm zum Besten gab, dahinter Anton G. Leitner, der mit „Ois is easy“ im Programm war. (Foto: Gaby Waldek)

Diese sächsischen Poesietage, die hauptsächlich vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen, der Kulturstiftung Sachsen und der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Vereine (ALG) gefördert wurden, boten eine Vielzahl von Veranstaltungen auch insgesamt im Erzgebirgskreis an. Den Auftakt bildeten eine Schullesung mit dem Berliner Björn Kuhligk in Freiberg und eine Mundartlesung mit Petra Bartella in Zschorlau.

Tage der Poesie in Sachsen 2012

Eröffnungsveranstaltung am 14. Juni in Annaberg-Buchholz (Foto: Gaby Waldek)

Und als dann am Samstag die rund 40 Teilnehmer in alle Himmelrichtungen wieder davonfuhren, waren sie nicht allein bereichert mit interessanten Diskussionen und Informationen, sondern vor allem mit jeder Menge „Erzgebirge“. Denn Höhepunkt der Tagung war eine Bustour, geleitet von Frau Dr. Gabriele Lorenz, Kulturmanagerin, Leiterin des ERZHAMMERS Annaberg, Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins, sowie vom Sekretär des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen Herrn Steffen Meyer. Bei herrlichem Sonnenschein folgten die Gäste einigen der zahlreichen literarischen Spuren im Erzgebirge. Zunächst ging es nach Geyer, wo Mitglieder des dortigen Erzgebirgszweigvereins Gedichte und Lieder des Mundartdichters und Heimatforschers Manfred Pollmer vortrugen, die mit ihrer Freude fürs Detail und ihrer Beherztheit auf große Resonanz stießen. Später ging es weiter bis nach Boží Dar zum Gedenkstein für Anton Günther und zu dessen Grab. Abschließend gab es ein deftiges Berg-Brot auf der Höhe bei Oberwiesenthal, im NEUEN HAUS.

Tage der Poesie in Sachsen 2012

Moderatorin Monika Hähnel während der Tagung „Mundart & Kunstart“ (Foto: Gaby Waldek)

Durch die große Abschluss-Lesung im Annaberger Café ANNA führte der bekannte Moderator von MDR Figaro, Michael Hametner, und kündigte mit sichtlicher Freude die Trägerin des Deutschen Buchpreises 2009 an, Kathrin Schmidt, eine Thüringerin, die jetzt mit ihrer Familie in Berlin lebt. Weitere Lesende waren die Literatur­wissen­schaftlerin Dr. Monika Hähnel aus Reinsdorf bei Zwickau, Wendelinus Wurth, vom Drey-Verlag in Gutach/Schwarz­wald sowie mit seinen brachial-romantischen Liedern der aus Bayern stammende Tiger-Willi.

Constanze John

Tage der Poesie in Sachsen 2012

Abschlussveranstaltung am 16. Juni mit Wendelinus Wurth, Monika Hähnel, Kathrin Schmidt, Moderator Michael Hametner und Tiger-Willi (Foto: Gaby Waldek)

 

Unsere Teilnehmer an der „Tagen der Poesie in Sachsen: Erzgebirge 2012“ geben in kurzer oder längerer Form ihren Eindruck kund

16.6.2012

Veel verscheden Lyrik gifft dat to hören bi de „Daag vun de Poesie“ in Sassen. Dor, wo fröher dat Sülver ut den Grund keem, in Annaberg, dor draapt sik Mundoort-Lyrikers ut ganz Düütschland. Un – na kloor, de Plattdüütschen sünd ok dorbi, liekers wi ja nich to de Mundoort-snackers un -schrievers höört. Wi sünd ja stolt, dat uns Plattdüütsch en Spraak is un mit Mundorten egentlich nix to doon hett. Man wi köönt jüst so as de Bayern, Swaben un Franken un wo se all heten doot – wi köönt uns utdrücken in uns Heimatspraak. Wi bruukt ehr as lyrische Spraak för Gedichten un vele anner Texten. Se is uns neeg un vertruut – un jüst dorüm lett sik ok so fein dichten op Platt.
Dat wiest wi nu bi de Sassen – un wi höört uns an, wat anner Lüüd ut all Ecken vun Düütschland uns vördichten doot. Nich blots Moselfränksch un Alemannsch, nee, mehr as teihn verscheden Mundorten gifft dat to hören. So seggt Ralph Grüneberger, de Vörsitter vun de Düütsche Lyrik-Sellschop. Man en Babel schall dat nich warrn – dat wünscht he sik. Een schall den Annern verstahn , un dat schall woll glücken.
Un wenn dat een oder anner Woort dorbi is, wat nich jedereen mitkriegen kann, denn schaadt dat nix. De grote Sinn warrt een seker klookkriegen un sik över den Klang un de Billerspraak vun Mundorten freuen. Wat de Plattdüütschen verstahn warrt? Na, is nich so eenfach – man af un an lett sik ja mal een Saak op Hooch verkloren. Denn dat hebbt ja all Dichterslüüd in Annaberg gemeen. Se köönt hoochdüütsch verstahn!
Mundoortig Gröten vun

Marianne Ehlers vun den Sleswig-Holsteenschen Heimatbund („100 Sekunden Platt“)

17.6.2012

Ja, es war ein sehr schönes, gelungenes Treffen, ich danke sehr herzlich dafür! Es ist wahrlich eine Lebensaufgabe, der Du Dich da seit so vielen Jahren verschrieben hast. Alle Achtung.
Die Leute haben mir fast durch die Bank gut getan und gut gefallen, und Annaberg-Buchholz ist ein schönes Städtchen in einer schönen Weltecke, schade nur, dass die Stadt nach 17 Uhr fast erstorben scheint. Ist sie natürlich nicht, aber man findet das Leben dann leider nur hinter Mauern.

Ganz herzlich – Kathrin Schmidt

Sie baten um ein, zwei Zeilen für den Internetauftritt der GZL zu den Tagen der Poesie in Sachsen 2012, da Sie mich mit Ihrem Geburtstagsgeschenk so reich bedacht haben, möchte ich von dem Reichtum zurückgeben und bitte Sie darum, aus u.a. (erweiterten) Gedicht doch bitte das herauszupicken, was Ihnen dafür passend erscheint*.

was ich mitnehme

aus annaberg ein buchholz
in herzform erweicht
in der manufaktur
der träume glück
ein stück katzengold
augenblicke aus der sanduhr
einfach natürlich anders
wie apfelgriebs oder
petersilie auf milchschaum
im fleischereikaffee
der jalapenostange geheimnis
ein würziger einspruch
im nachtbriefkasten
auf der rückseite
des örtlichen gerichts
neinerlaa

Herzliche Grüße und nochmals ein Dankeschön, Claudia Scherer

*) mir erscheint alles passend zu sein, R.G.

Erzgebirge – Ein Mosaik
Sonntag, 17. Juni 2012

Die „Tage der Poesie in Sachsen“ mit dem schönen Titel „VUGLFREI. Mundart & Kunstart“ gabs von Donnerstag bis gestern im Erzgebirge. Stichworte:

Annaberg

Zentrum des Riesen-Erzgebirgskreises – von Aue bis Kurort Seiffen, von Zschopau bis zum Fichtelberg, von Chemnitzer Vororten bis ins abgelegene Jöhstadt.
Vom unteren Bahnhof schnaufte ich hoch zum Markt, viele Höhenmeter mit einem Bücherköffchern hinter mir. Hotel „Wilder Mann“, Unterkunft für die Teilnehmer und der ERZHAMMER, das Kultur-Haus des Ortes. Viele ruppige, große Bauten – nix mit Heisl – die verlassen dastanden, weil auf der Festwiese gerade die „Kät“ tobte, ein Volksfest, das fast dem Rudolstädter Vogelschießen Konkurrenz machen könnte.

Teilnehmer (mir persönlich bekannte, Auswahl)

Wilhelm Bartsch, Klaus Gasseleder, Ralph Grüneberger (der rührige Organisator mit seiner „Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik“) Michael Hametner (nicht mehr getroffen), Christel Hartinger, Manfred Jendryschik, Kerstin Hensel, Constanze John, Gisela Oechelhaeuser, Erhard Scherner, Kathrin Schmidt

Teilnehmer (die ich in Gesprächen kennenlernte, Auswahl)

Stefan Gerlach, Josef Wittmann (bairischer Dichter, ein Turmschreiber, was ich auch bin, wie mir da einfiel), Markus Manfred Jung (der mich noch vom VS-Kongress in Aachen kannte, Jahrzehnte), Marianne Ehlers, Björn Kuhligk, Romy Käßemodel, Walle Sayer, Claudia Scherer, Dieter Treeck, Jan Zänker

Eröffnungsabend

Volle Reihen, Bier und Wein, die Oechelhauser machte natürlich die Lenevoigt, Björn Kuhligk und Walle Sayer lesen richtige & gute Gedichte. Hernach (!) im Hotel gibt es einen DDR-Kellner, der es nicht für nötig hält, den brav an Tischen auf ein Abschlussbier Wartenden zu erklären, dass nur noch in der Bar bedient werde. Willi nimmt sich das Hotel zur Brust. Im Brustton. „Mein Name ist Wilhelm Bartsch! Den werden sie sich merken! Wenn Sie Hartz IV beziehen!“ (Beiseite vom Kellner: Das ist mehr als wie mir hamm!)
Dann gibt es aber doch noch – Friede, Freude, Eierkuchen – ungefragt Salzstangen, Nüsse und ähnliches – den Bösen Wirt daheeme muss man dazu bitteln und betteln. Der böse Kellner bleibt böse, der Barkeeper ringt sich zu einer Entschuldigung durch. Nu nebbich. Ich bin wieder mal ein Versöhnler.

Die Tagung

Kerstin Hensels Eröffnungsreferat ist ein Mittelreferat – wg. Brand im Dresdner Hauptbahnhof: Mundart ist ein Museum der Sprache, oft biederer und reaktionärer Art, heitere Flachheit ist Usus in der Mundart. Doch sie zitiert Gegenbeispiele: Volker Braun, wie er Anton Günther „s’is Feierohmd“ aufnimmt – über Anton Günther gibts später leider viel zu viel.
Das Ganze ist regional gegliedert: Die Franken und Bayern. Die Baden-Württemberger – Jung redet in der Tat für unsere Ohren schweizerdeutsch, aber alemannisch klingt nun mal so. Dann die aus dem Pott und von der Küste – Dieter Treeck zitiert Antek und Frantek, weil die Polen ursächlich und urwüchsig zum Ruhrgebiet gehören.
Im Süden und Südwesten gab die Anti-AKW-Bewegung der Mundart einen Schub – überhaupt freue ich mich, trotz eifrigen Mitschreibens, dass es eine Doku geben soll.
Schließlich die von drham: Sachsen und Thüringer. Ich verkörpere ja beide, lese aber doch eher hochdeutsch mit dem hibbschen unvormeidlichen sägsschn Saund. Gut passt bei sowas immer „Ein Heimatabend oder Fidschis Nachtgesang“.

Die Baldauf-Villa

Ist das Jugendstil-Anwesen eines mit Geschmack gesegneten Fabrikanten. Wunderbarer Wintergarten. Später Kommandantura, Marienberger Pionierhaus, jetzt das Kulturhaus der Gegend. Hans S., der Dichterinnengatte, der natürlich ein sehr selbstständiger und freundlicher Mensch ist, fährt mich dankenswerterweise die achtzehn Kilometer nieber nach Marienberg. Riesiger Markt, wie alle Erzgebirgsstädte, nach 1500 gegründet. Da Hans seine Eltern mitnimmt und unseren Org-Engel Romy, bringe ich schon einen Gutteil Publikum mit.
Eine Haus-Chefin gibt’s nicht (die hadd mantschemah noch Siddsung), aber drei Einlassdamen (mir wissen abor nischd) und eine Wein- und Bierverkäuferin (wees ni, was hier frieher war), die aber allesamt nicht zur Lesung kommen wollen. Mit meinen Mitgebrachten sind wir dennoch mehr als das nötige Bäckerdutzend. Ich kann mich auch selbst vorstellen, weil ich meinen Namen schon kenne. Gebe mir Mühe, mit Betonung zu lesen – fünf Bücher werden verkauft, ein Quote von über dreißig Prozent der Anwesenden – das ist Spitze.

Neues Konsulat

heißt ein alternativer Jugend-Kino-Klub. Da sitzen wir noch als Bäckerdutzend nach den Freitags-Lesungen. Gucken auch Gedicht-Clips. Müssen Gedichte bebildert werden? Mit bewegten Bildern?
Andernorts, höre ich, war es dünner mit dem Besuch, als bei mir – die Kät braucht halt ihre Leit. Aber da auch Schneeberg und Schwarzenberg Lese-Orte waren, kann’s nicht nur an der Kät liegen. An der Organisation von Leipzig aus auch nicht – vielleicht sind die Erzgebirgler ähmde sou?

Carlfriedrich Claus

Er war kein Tagungsteilnehmer – weil er 1998 starb – und auch kein Gegenstand. Obwohl der wichtigste Kunst- und Sprach-Mensch aus dieser Gegend. In seiner einstigen Wohnung, unter einem Kinosaal, (Gedenktafel) eine Ausstellung mit ein paar seiner Sprachblätter.
Werkgeschichte. Editionsgeschichte. Hintergründe.
Hier hatte er von 1933 (3-jährig) bis 1993 gewohnt – bis 1969 mit seiner Mutter.
Die letzten Jahre in Chemnitz – in Annaberg beließ er die Wohnung als Klang-Experimentalraum.
Ein Mann, der wie viele große Leute, lange als Sonderling verkannt wurde. Dabei war er das gewiss: Ein Sonderling.

Bustour

Gestern. Es fuhren neben Tagungs-Teilnehmern auch ein paar Hotelgäste mit – so waren wir fast vierzig. Geyer, wo der Erzgebirgszweigverein den Pollmer-Manfred ehrte – das Gezithere und Gehutzele geht mir meist auf die Nerven. Hier wirkte es sympathisch. Die Pollmer-Manfred-Poesie: Man muss ni uff de Bank vun uum druffgugge, naa (wahlweise nee – im Erzgebirge stoßen sich die Vokale hart im Raume), vun dr Bank gugge, was de Leit machn.

Gottesgab

Bozi Dar, der Heimatort von Anton Günther. Gedenkstein in Ortsmitte, mit populären Versen. Das Grab. Zum Sechzigsten 1936 wurde der Dichter hochgeehrt, ein Jahr später – Selbstmord. Und die Nazis, derer es im Erzgebirge genug gibt (8 % NPD-Wählerstimmen zum letzten sächsischen Landtag) nutzen gern sein Lied:
Heil eich, ihr deitschen Brüder!
in alter deitscher Trei;

Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!

Glauchau

Auf der Rückfahrt hatte ich über eine Stunde Aufenthalt auf dem Glauchauer Bahnhof. Achtzehn Uhr gibt es dort nur einen defekten Getränkeautomaten. Lange Straße in die Stadt, Markt. Zentrum. Keine Kneipe, kein Imbiss, kein nix. Gaaaanz am Ende eine Dönerbude – wo man eine Flasche Wasser kaufen kann… Deitsch unn frei von uffnen Kneipen wollmer sei – und do bleibm mer ah dabei.

Matthias Biskupek

18.6.12

Nochmals Danke für die schönen Tage in Annaberg!
Wir hören voneinander …

Herzlichst
Walle Sayer

Es waren wunderschöne prall gefüllte und erlebnisreiche Tage, die in Erinnerung bleiben werden! […]
Dass ich im Vorfeld keinen Disk.-Beitrag eingesandt hatte, tut mir ebenfalls leid. Ich nehme an, dass ich zum Niederdeutschen allerhand zu sagen gewusst hätte. So kam es zu den „Einwürfen“ meinerseits. Es hat aber wohl nicht geschadet. […]
Nochmals danke für das großartige und gelungene Angebot der „Tage der Poesie in Sachsen 2012“. Daran teilzunehmen, hat uns sehr gefreut und zumal mir neue Anregungen vermittelt. Was allein in Annaberg-Buchholz geboten wurde, war nicht nur literarisch wertvoll, sondern auch organisatorisch sehr gut vorbereitet und umgesetzt, kurz eine tolle Leistung!

In der Hoffnung, dass die Gesellschaft Zuspruch und weitere Freunde findet, dass auch Ihnen aus diesem Erleben neue Kraft zuwächst, grüße ich Sie herzlich

Helga Rahn

… die zwei von uns besuchten Veranstaltungen der „Tage der Poesie“ waren für uns beide, für Gisela und für mich, bei sicher gemeinsamem Interesse an lyrischen Worten, aber unterschiedlichen Voraussetzungen für Lyrik von der Ausbildung her, ein Gewinn, ja ein Genuss. Auch die gebotenen Worte mit theoretischem Ansatz waren eine sehr nützliche Ergänzung und Hilfe, besonders für mich.

Peter König, auch im Namen von Gisela Oechelhaeuser

Es waren intensive interne lyrische Begegnungen in wunderbarer Landschaft. Das Erzgebirge ist für uns ein neu entdecktes Ziel für Kurzurlaube. Wir werden diese Region mit Sicherheit wieder aufsuchen. Die Kunsthandwerker des Erzgebirges schätze ich schon seit Jahren. Handgearbeitete Leuchterengel, Zwerge und Bergmänner aus dem Erzgebirge zieren bei uns schon lange Verlag und Wohnzimmer, des Öfteren trage ich auch eine wunderbar schlichte mechanische Uhr aus Glashütte. Dank Dir ganz, ganz herzlich für all die Organisationsarbeit. Ich bedauere es direkt ein wenig, dass ich keine Zeit hatte, einen Tagungsbeitrag auszuformulieren, denn ich wäre gern in der spannenden Doku mit dabei gewesen, aber zeitlich führt kein Weg mehr hin, einen solchen Beitrag nachzuliefern. […]
Übrigens fand ich auch die Moderatorin überaus kompetent. Arbeitet sie öfters für die GZL?

Anton G. Leitner

… ich fand, es war eine schöne interessante Veranstaltung.

Kerstin Hensel

(sie hielt das Einführungsreferat)

Gegenseitiges Kennenlernen, Diskutieren, miteinander arbeiten und lachen – dazu gab es in den vergangenen „Tagen der Poesie in Sachsen“ viele Gelegenheiten.

Karin Anfelder

19.6.12

Es war ein gemeinsames Abenteuer, das sich vielfältig gelohnt hat. Durch die Herausforderung, zwei sehr unterschiedliche Programme vorbereiten zu sollen, durch wirklich intensive und z.T. berührende Begegnungen mit spannenden Autorenkolleginnen und -kollegen und ein überwältigendes Landschaftserlebnis!
Großes Kompliment für Deine Standortwahl und eine überaus professionelle Tagungsvorbereitung!
Bei Dir und Deinem tollen Team habe ich mich sehr aufgehoben gefühlt!
Ich habe versucht, Dich in dieser Zeit möglichst wenig in Anspruch zu nehmen, da Du so vielen und so unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig verpflichtet warst und das mit großer Gelassenheit und souveräner Kompetenz „bewältigt“ hast!

Dieter Treeck

20.6.12

Liebe Freunde der Lyrikgesellschaft zu Leipzig,

die von Euch so interessant gestalteten Tage im Erzgebirge klingen nach und wollen, was den theoretischen Teil betrifft, in Ruhe bedacht sein. Die Überzeugung, dass Mundart und Hochsprache im idealen Fall sich gegenseitig herausfordern und befruchten, jedenfalls in innigem Zusammenhang stehen, wurde bestärkt. In Annaberg-Buchholz habt Ihr uns, meine Frau Helga und mich, ganz schön bergauf gelockt. Nehmt als Dank eine Probe des Amalgamierens und Beitrag zum Thema:

Abend

Nun will der Tag sich neigen
Die Enkel schreiten aus, zu stiller Glut.
Die Kinder sind gegangen.
Der Wind hält ein. Wir schweigen.
Kein Brief mehr ohne Bangen.
Mien Ollsch, mien Ollsch, es geht uns gut.
So gehn wir noch ums Haus.

Herzlich
Erhard Scherner

Lieber Ralph – es war ein klug gesetztes und besetztes Treffen – hat mir Freude gemacht, daran teilzunehmen.

Grüße von Michael Hametner (Moderator der Abschlussveranstaltung)

Ja, ich denke auch, dass es eine insgesamt sehr gelungene Sache war, die gediegen vorbereitet und betreut wurde und deshalb muss zunächst erst noch einmal Dir ganz herzlich gedankt werden, auch Synke und Jan und allen, die mitgeholfen haben.

Toll auch, dass wir eine so starke Frau wie Frau Dr. Lorenz dabei hatten, genau die Richtige für ihre Aufgaben.

Monika Hähnel

Zu den Tagen der Poesie in Sachsen 2012:

Es war nicht nur ein sehr schönes, sondern auch bereicherndes Treffen in vielerlei Hinsicht. Selbst die vielfältigen Ausflüge in die bodenständige Volkspoesie waren einfach herzerquickend und zuweilen auch lehrreich. Es steht uns allen gut an, dergleichen auch ruhig mal ernst zu nehmen und gewisse Erdungen zuzulassen. Die wunderbar miteinander harmonierenden Veranstaltungen sahen (soweit ich es bemerken konnte) Tagungsteilnehmer und Gäste, die auch „am Rande“ noch ganz andere bundesweite Verknüpfungen und Beziehungen herstellen konnten. Für mich wird vor allem die Lesung im Schwimmbad in Erinnerung bleiben – welch ein zauberhafter großartiger Ort gleich in der Nähe eines seiner damaligen Benutzer, Carlfriedrich Claus! Als ich das Poesie-Bad dann nach noch langer Inaugenscheinnahme zusammen mit Manfred Jendryschik verließ, mochte man auch schon den guten Stern sehen, der über diesen Tagen schwebte. Ob es nun einer aus den Labyrinthen von Carlfriedrich Claus oder ein handgeschnitzter für eine erzgebirgische Weihnachtskrippe war, möchte ich gar nicht entscheiden. Wir haben diese Tage mit beiden Varianten gut verlebt. In der Poesie heißt eine Verknüpfung zweier sonst gar nicht miteinander zu tun habender Phänomene Metapher. Oder Pablo Neruda in einem Gedicht: „Ich möchte, daß die Wahrheit mit den unmöglichsten Galanen tanzt“. Insofern waren diese Tage selber auch Poesie.

Wilhelm Bartsch

Lieber Ralph Grüneberger,

wir Mund-Art Autorinnen und Autoren vom Internationalen Dialekt Institut haben es außerordentlich begrüßt, dass die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik an den Poesie-Tagen Sachsen dieser am Rand der offiziellen deutschen Dichtung existierenden Spezies moderne Mund-Art Dichtung den ihr gebührenden Raum gegeben hat. Ich glaube, eindrückliche Lesungen haben das Wagnis belohnt und gezeigt, dass die uralten Vorurteile: Mundartdichtung ist nostalgisierende Heimatdichtung widerlegt wurden. Wie Korsisch, Walisisch oder Romagnolisch zum Beispiel bringen einige der deutschen Dialekte immer wieder originelle, aktuell zeitgenössische und hoch ästhetische Literatur hervor, wenn man ihr Raum gibt. Besonders beeindruckend war die erzgebirgische Gastfreundschaft. Vielen Dank,

Markus Manfred Jung
Präsident des Internationalen Dialekt Instituts

Kurz-Resümee: da kann ich mich eigentlich nur Markus Manfred Jung anschließen. Für die „erzgebirgische Gastfreundschaft“ will ich mich aber ganz persönlich noch einmal bedanken.

Herzliche Grüße
Josef Wittmann

Ein nahrhafter Abend in Oberwiesenthal

Am Freitagabend im „Bergkristall“,
da gab es ein „Drei-Sprachen-Mahl“.
Wir verspeisten gemütlich, ganz ohne zu hetzen,
am Anfang Salat und Buttermilchgetzen,
als Hauptgericht Klöße und Lendenbraten,
der war Karin Anfelder prima geraten.
Auch ihre „arzgebergschen“ Gedichte, die sie dazwischen vorlas,
brachten uns allen viel Freude und Spaß.
Zu Bier und Wein deklamierte mit Schwung
Auf Allemannisch Markus Manfred Jung.
Da sind geflossen so etliche Liter,
begleitet von Thomas Baldauf auf der Zither.
Zuletzt zum Dessert, man glaubt es fast nicht,
wurde jedem ein Leuchtturm aufgetischt
aus leckerem Pudding mit roter Grütze
mit einem Licht aus Zucker und Schnaps auf der Mütze,
und als wir vom Essen total rund und satt,
unterhielt uns Marianne Ehlers auch noch auf Platt.
Zum Abschluss haben wir das „Feierohmdlied“ gesungen –
Ja – dieser Abend war vortrefflich gelungen!

Eveline Hoffmann

23.6.12

Lieber Herr Grüneberger,

[…] Ich habe es sehr bedauert, nur die Hälfte der Veranstaltungen miterlebt zu haben. Das jedoch, woran ich teilnehmen konnte, erlebte ich mit großer Intensität. Die Begrüßungsveranstaltung etwa, dann die Tagung am Freitag (die ich leider nur zur Hälfte erlebte) – das waren für mich Höhepunkte. Es hinterlässt Spuren, gewiss werde ich noch lange daran zurückdenken. […]

Im Vorfeld des Treffens habe ich zu Hause versucht, ein Gedicht in plattdeutscher Mundart zu schreiben. Es war fehlerhaft, hat mir aber Freude bereitet. Meine Idee war, es jemand zu zeigen (in Annaberg-B.), evtl. um Korrektur zu bitten. Dann vergaß ich den Text in der Eile des Aufbruchs … Während dieser Tage im Erzgebirge habe ich begriffen, wie stark mein Bezug zum Norddeutschen noch immer ist (was ich über Jahrzehnte nicht wahrhaben wollte). Ich war, ich bin Wahl-Leipzigerin – und finde jetzt Trotz in dieser Aussage. Nach wie vor ist Mecklenburg meine Heimat, die Insel Rügen. Das alles bewegt mich.
Danke für „100 Sekunden Platt“.

Nachdem ich den Text von Frau Ehlers las, fand ich bestätigt, in wie viel Facetten die plattdeutsche Mundart sich ausdrückt. Was an der Nordsee, in Schleswig-Holstein oder in Rostock gesprochen wird, ist ein völlig anderes Platt, als das, welches in meinem Umfeld auf der Insel Rügen bis nach Stralsund hin gesprochen wird. Ich gestehe gern, dass mich das Motto der Tagung ursprünglich nicht sehr interessierte. „Mundart & Kunstart“ – ich wusste nicht wirklich etwas damit anzufangen, ja, es verwirrte mich. Zwar habe ich selbst nie Mundart gesprochen, war aber doch „von Mundart umgeben“. Zum sächsischen Dialekt konnten jedoch weder ich noch meine Kinder und Enkel (hier geboren) Zugang finden.
Ich meine jetzt, dass die „Tage der Poesie in Sachsen 2012“ von daher für mich anregend und wichtig waren.

So, das reicht jetzt.
Ich wünsche der Gesellschaft weiterhin Wachsen und Gedeihen!

Vielen Dank, Ihnen freundliche Grüße!
Helga Rahn

Wortmeldungen der Mitveranstalter

17.6.12

Lieber Herr Grüneberger,

die Lesung mit Herrn Treeck war sehr rund, gelungen, unterhaltend. Leider war der Zuspruch dünn. Aber die Wahrnehmung war dennoch groß. Eine Ankündigung im Stadtanzeiger/ Amtsblatt war üppig. Animiert hat sie leider so wenig wie meine Stadträtemails. Die Freie Presse/ FP hat keine Notiz davon bei uns genommen. Das sind wir gewohnt; denn die FP hat sich für den journalistischen Weg des Heimatblattes entschieden und stellt so Vereinsarbeit, Possierliches und Heimatformate in den Mittelpunkt. Ihre Zielgruppe sind Heimat- und Volksmusik liebende Leser Ü55. Da war Dieter Treeck doppelt falsch: intellektuell und fremd. Aber es war dennoch ein voller Erfolg: Die Wenigen erzählen wirkungsvoll davon. Und bitte nehmen Sie das nicht gering: Ich habe die Veranstaltung genossen.

Beste Grüße
Volker Schmidt, Kulturhaus „Goldne Sonne“, Schneeberg

21.6.12

Lieber Herr Grüneberger,
ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei Ihnen bedanken. Es hat super mit Herrn Kuhligk geklappt. Alle Beteiligten hatten eine tolle Stunde mit seiner Lyrik, seiner ungezwungenen Art und der freimütigen Beantwortung aller Fragen, die recht zahlreich kamen. Ihm hat es auch sehr gut gefallen. Wir sind mit ihm im Gespräch und würden, wenn es sein Zeitplan zulässt, gern noch einmal eine Veranstaltung mit ihm erleben. Sollte Sie wieder so eine tolle Sache für Schüler im Angebot haben, dann lassen Sie es mich wissen.
Vielen Dank noch einmal und Ihnen einen schönen Sommer.

Liebe Grüße
Carla Wünsch, Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg